Ursprünglich beheimatet in Nordamerika, mittlerweile auch hier heimisch, durch die Flucht aus Tiergehegen und Pelzfarmen.

Seine Körperlänge liegt zwischen 41 und 71 cm, nicht eingerechnet der zwischen 19,2 und 40,5 cm lange buschige Schwanz, der normalerweise aber nicht deutlich länger als 25 cm ist. Die Schulterhöhe liegt zwischen 22,8 und 30,4 cm und sein Gewicht zwischen 3,6 und 9,0 kg, damit ist der Waschbär der größte Vertreter der Familie der Kleinbären.

Waschbären sind Allesfresser und ernähren sich zu ungefähr 40% von pflanzlicher Kost, zu 33% von Weichtieren und zu 27% von Wirbeltieren.

Charakteristisch ist die Gesichtszeichnung des Waschbären mit der schwarz gefärbten Gesichtsmaske rund um die Augen, die sich scharf vom umgebenden weißen Fell absetzt. Waschbären werden im allgemeinen zu den Sohlengängern eingestuft, sie können sich auf ihre Hinterbeine stellen und Objekte mit ihren Vorderpfoten untersuchen.Der für den Waschbären wichtigste Sinn ist der Tastsinn. Die „hypersensiblen“ Vorderpfoten sind zu ihrem Schutz von einer dünnen Hornschicht umgeben, die unter Wasser aufweicht. Ungewöhnlich für ein Raubtier sind zudem die fünf freistehenden Finger, wobei die Beweglichkeit der Vorderpfoten aufgrund des nicht opponierbaren Daumens aber nicht mit der der Hände von Primaten vergleichbar ist. Waschbären tasten Nahrungsmittel und andere Gegenstände mit ihren Vorderpfoten sorgfältig ab, um sich ein Bild von ihnen zu machen und unerwünschte Teile zu entfernen.

Hervorzuheben ist ferner das gute Gedächtnis der Tiere, die sich in Versuchen auch noch nach drei Jahren an die Lösung einer früher gestellten Aufgabe erinnern konnten.

In Gefangenschaft gehaltene Waschbären tauchen ihre Nahrung oft unter Wasser, was als „Waschen“ gedeutet wurde, sehr wahrscheinlich aber eine Leerlaufhandlung zur Imitation der Nahrungssuche an Fluss- oder Seeufern ist.

Während der Waschbär früher als Einzelgänger angesehen wurde, gibt es heute Belege dafür, dass er ein geschlechtsspezifisches Sozialverhalten zeigt. Miteinander verwandte Fähen teilen sich oft ein gemeinsames Gebiet, nicht verwandte Rüden dagegen leben in lockeren, aus bis zu vier Tieren bestehenden Kleingruppen zusammen, um sich gegenüber fremden Rüden während der Paarungszeit oder anderen potentiellen Angreifern behaupten zu können.

Nach einer Tragezeit von etwa 65 Tagen bringt das Weibchen im Frühling, abhängig von der örtlichen Situation 2 bis 5 Junge zur Welt. Die Welpen werden anschließend von ihrer Mutter bis zur allmählichen Trennung im Herbst alleine aufgezogen.

Obwohl in Gefangenschaft gehaltene Waschbären über 20 Jahre alt werden können, liegt ihre Lebenserwartung in freier Natur nur zwischen 1,8 und 3,1 Jahre. Jagd und Verkehrsunfälle sind in vielen Gebieten die zwei häufigsten Todesursachen.

Sieben der 13 bekannten Lautäußerungen werden in der Kommunikation zwischen Mutter und Jungtieren verwendet, darunter das vogelhafte Zwitschern von Neugeborenen.